Straßenkunst, Markt und Fest

Bohei Tamtam | Das Fest

Im Quartier der Kunst und des Handwerks - an der Schnittstelle zwischen Plagwitz und Lindenau - werden regelmäßig Stadtteilfeste zusammen mit einem Markt für Kunst, Kunsthandwerk und Handwerk veranstaltet.

Mit dem Ziel, den Charakter des Standortes als Zentrum der Kunst und Kultur, der Manufaktur und der Kreativität zu stärken und zur Schau zu stellen.

Das Straßenfest in Plagwitz

Samstag, 10. Juni 2017

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Neben dem Fest sind die teilnehmenden Orte, welche ganzjährig geöffnet haben, ein wesentlicher Bestandteil des Boulevards Karl-Heine-Straße und seiner Umgebung.

 

Das Konzept

Einleitung

Die Karl-Heine-Straße zwischen Zschocherscher Straße und König Albert Brücke großzügig mit breiten Gehwegen in Form eines Boulevards angelegt, ist das Herz und Zentrum des Leipziger Westens. Sie ist das Symbol für den bisher erfolgreichen Wandel eines noch in den ersten Jahren des 21. Jahrhunderts von Verfall und Trostlosigkeit geprägten ehemaligen Industrieviertels zum heute lebendigen und kulturell geprägten Quartier.

Als wichtige Pioniere und Initiatoren der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Belebung aus dem Stadtteil selbst heraus, haben die Schaubühne Lindenfels und das von ihr initiierte Projekt des Straßenmarktfestes „Westbesuch/Westpaket“ entscheidenden Anteil an der inzwischen überregional beachteten Metamorphose des Leipziger Westens. Gemeinsam mit dem international reüssierenden Galerien-Hotspot „Leipziger Baumwollspinnerei“ sind sie zu Markenzeichen des Kulturquartiers Leipziger Westen geworden.

Das Straßenmarktfest hat sich dabei als leicht zugängliche Plattform, als Podium, Forum und Schaufenster dieser Entwicklung etabliert. Die Karl-Heine-Straße als zentrale Achse zwischen den Stadtteilen Plagwitz und Lindenau und deren direkte Verbindungsstraße in die Mitte der Stadt wird auch nach dem Weiterziehen des bisher organisatorisch verantwortlichen Westbesuch e.V. Ort eines Straßenmarktfestes bleiben. Mindestens zwei Mal im Jahr soll sie von den Akteuren und Bewohnern genutzt werden, um sich und zahlreichen Besuchern aus anderen Teilen der Stadt und der ganzen Welt das Viertel, das hier Mögliche aber auch offene und neue Fragen der Stadtteilentwicklung zu präsentieren.

Bewährtes am Ort halten

Das beliebte Spektakel wird künftig an gleicher Stelle unter dem Namen Boulevard Heine fortgesetzt und mit einigen neuen Akzenten weiter entwickelt. Hier auf der Magistrale unter den Augen einer großen Öffentlichkeit und mit möglichst vielen aktiven Teilnehmern wird auch weiterhin die  Realität unseres Viertels befragt und diskutiert. Der Boulevard Heine wird ein Forum des Austausches und der künstlerischen Aktion bieten und so das gewonnene Terrain verteidigen und weiter beleben. Zugleich soll von jeder Ausgabe ein neuer Impuls für die weitere Entwicklung als weltoffenes, künstlerisch geprägtes und sozial wie kulturell vielfältiges Viertel ausgehen. Weiterer Zuzug bleibt erwünscht!

Künftig wird die Schaubühne Lindenfels gemeinnützige Aktiengesellschaft Träger und Organisator des Boulevard Heine sein. Gemeinsam mit Akteuren aus dem Stadtteil, Gewerbetreibenden und mit Unterstützung der Stadt Leipzig und weiterer Förderer soll dieses ungewöhnliche Stadtentwicklungsinstrument dauerhaft etabliert werden.

Keine Angst vor dem Erfolg

Selbst wenn – auch als Ergebnis der Arbeit und Phantasie gegen die alte Leere und den lange anhaltenden Stillstand – nun weitere Wellen neuer Ansiedler und Anlieger heranrollen, und wenn diese womöglich zur Herausforderung werden, weil die Karawane der durchziehenden Hipster, der Immobilienentwickler oder der Laden- und Gastronomieketten das Viertel für sich entdecken, dann wird der Boulevard Heine erst recht eine wichtige Rolle spielen. Dann wird es darum gehen, die entdeckten Freiräume klug zu behaupten, den öffentlichen Raum mit immer neuen Ideen kontinuierlich zu verteidigen und weiter zu prägen. Es gibt auch in dieser Stadt kein Viertel, das sich der Logik des (Immobilien-)Marktes auf Dauer verschließen kann. Aber mindestens eines, das das Andere: Kunst, kulturelle und soziale Teilhabe und frei zugänglichen öffentlichen Raum ermöglicht, erfindet, erhält und erlebbar macht. Dazu kann wenig so direkt, „einfach“ und lustvoll beitragen wie der Boulevard Heine.

Neues

Nach der erfolgreichen künstlerischen Prägung des Viertels ist es unser Anliegen, künftig Kunsthandwerk und Handwerk der verschiedensten Gewerke im ganzen Quartier sichtbar zu machen und neue Akteure aus diesem Bereich anzuziehen. Die Vernetzung von Künstlern und von Unternehmungen der Kreativwirtschaft miti handwerklichen und vor Ort produzierenden Projekten und Firmen kann einen neuen stabilisierenden Entwicklungsschub bringen.

Die Vision ist ein Kunst- und Handwerksquartier rund um die Karl-Heine-Straße zu etablieren. Im Quartier entsteht so auch eine breite Basis für die anstehenden Integrationsaufgaben.

Daher wird sich zunächst das Profil des „Markt-Segmentes“ des Boulevard Heine verändern. Gesucht werden künftig Stände und Teilnehmer mit selbstproduziertem Handwerk und Kunsthandwerk sowie Ausstellungsstände für Kunst, sowie Stände der Vereine und Initiativen, die sich im oder für den Stadtteil engagieren.

Jenseits der Stände sollen Aktionen platziert und inspiriert werden, die die Straße als Bühne verstehen und nutzen. Die Übung und Ermöglichung von demokratischer Teilhabe durch Straßentheater und künstlerische Formen der Straßenbesetzung, durch Umzüge, durch integrierte „Demos“ und Paraden zwischen künstlerischer und politischer Praxis sollen ein wiederkehrendes Element werden.

Den Boulevard Heine als riesiges Schaufenster zu nutzen und als eine vergrößerte „Speakers Corner“ - auch das gehört dazu. Die Karl-Heine-Straße wird deshalb zwischen Felsenkeller und König Albert Brücke am Tag des Festes gesperrt.

Eine originelle Parade tanzend, trommelnd, singend oder in bewegter Stille kann ein Element der Wiedererkennung und der Teilhabe Vieler werden. Gerade das soll sich als ein sehr integratives, die Akteure - für Proben und Vorbereitungen - über die Boulevard Tage hinaus verbindendes Element entwickeln.

Hier liegt ein großes Potential für den Boulevard Heine als Motor einer immer wieder gelebten und von vielen mit zu gestaltenden Identitätsbestimmung des Stadtteils.